Im Cornhole besser werden

Besser im Cornhole wirst du mit Plan. Gib jeder Session ein Ziel, folge vor jedem Bag demselben Ablauf, wirf lieber zu kurz als zu weit und spiel zum Schluss Runden mit Zielvorgabe. Die 20-Minuten-Routine unten setzt das um, und dein PPR (Punkte pro Runde) zeigt, ob es wirkt.

Von Marin Barisic, Cornhole-Spieler und Veranstalter von Cornhole-Events in Europa, der BAGGERS entwickelt, eine Trainings-App für Cornhole. Aktualisiert am

Wie sieht Training auf Vereinsniveau aus?

Es läuft auf fünf Gewohnheiten hinaus: ein Ziel pro Session mit einer Zahl am Ende, jedes Mal derselbe Release, Fehlwürfe, die vor dem Loch liegen bleiben, derselbe Ablauf vor jedem Bag und Schlussrunden mit Zielvorgabe. Für keine dieser Gewohnheiten brauchst du einen starken Arm oder neue Bags.

  1. 1. Trainiere immer nur eine Sache und zähl mit

    Freizeittraining:
    werfen, bis es sich gut anfühlt, dann aufhören. Ob deine Bags heute besser gelandet sind als letzte Woche, weiß danach niemand.
    Vereinstraining:
    ein Ziel pro Session, etwa ein flacher Bag oder ein fester Landepunkt, und am Ende eine Zahl, die du beim nächsten Mal schlagen willst.
    Warum es wirkt:
    Studien zur Zielsetzung im Sport zeigen einen moderaten Effekt, und Ziele für deinen Wurf helfen mehr als Ziele für die Punktzahl.
    Probier es aus:
    Schreib dein Ziel vor dem ersten Bag ins Handy und die Zahl nach dem letzten.
  2. 2. Such denselben Wurf, nicht den besten

    Freizeittraining:
    nach einem Fehlwurf härter werfen oder den Griff wechseln. Trainingsratgeber zählen zu viel Kraft zu den häufigsten Fehlern.
    Vereinstraining:
    derselbe Release, Bag für Bag, bis es langweilig wird. Wenn der Wurf immer gleich ist, siehst du, was eine Änderung bewirkt.
    Marins Tipp:
    Film deinen Wurf von der Seite. Dann siehst du sofort, wo deine Hand den Bag losgelassen hat und welchen Bogen er geflogen ist.
    Probier es aus:
    Film 8 Bags und prüf, ob deine Hand den Bag jedes Mal auf derselben Höhe loslässt.
  3. 3. Wirf lieber zu kurz als zu weit

    Freizeittraining:
    direkt aufs Loch zielen und jeden Bag, der nicht drin ist, als Fehlwurf zählen. Trainingsratgeber nennen das eine typische Anfängergewohnheit, denn ein Bag auf dem Board punktet oder blockt trotzdem.
    Vereinstraining:
    auf die Mitte oder den unteren Teil des Boards zielen, in einer Linie mit dem Loch. Ein Bag, der vor dem Loch liegen bleibt, kann noch hineinrutschen oder von deinem nächsten Bag hineingeschoben werden.
    Marins Tipp:
    Ein „Active Bag“ vor dem Loch ist immer besser als einer oberhalb oder daneben.
    Probier es aus:
    Block 4 der Routine unten, mit der Zielzone im unteren Teil des Boards, in einer Linie mit dem Loch.
  4. 4. Folge vor jedem Bag demselben Ablauf

    Freizeittraining:
    sich beim ersten Bag eines Spiels viel Zeit lassen und den letzten Bag beim Stand von 20:19, einen Punkt vor dem Sieg, überhastet werfen.
    Vereinstraining:
    vor jedem Bag derselbe Ablauf aus zwei oder drei Schritten, auch im Training. Füße auf dieselbe Markierung, Blick auf einen Punkt, einmal ausatmen, werfen.
    Warum es wirkt:
    Studien zu Routinen vor einem Wurf oder Schuss zeigen einen moderaten Effekt, der unter Druck größer wird. Dass der Ablauf immer gleich ist, zählt mehr als seine Dauer.
    Probier es aus:
    Leg deinen Ablauf fest und halte ihn in deiner nächsten Session vor jedem Bag ein, auch beim Aufwärmen.
  5. 5. Trainiere unter Druck

    Freizeittraining:
    jeden Trainingsbag locker werfen. Der erste Bag, der wirklich zählt, kommt dann erst im Spiel.
    Vereinstraining:
    die letzten Runden jeder Session mit einem Ziel spielen, und ein verfehltes Ziel kostet etwas.
    Warum es wirkt:
    Eine Übersichtsarbeit von 2021 über 14 Studien, zehn davon aus dem Sport, zeigte, dass Training unter Druck die Leistung unter Druck verbessert. Die Autoren raten, Druck ins Training einzubauen, statt nur mehr zu trainieren.
    Probier es aus:
    Beende jede Session mit Block 6 der Routine unten, der Pressure Round, mit Ziel.

Wie trainierst du Cornhole allein? Eine 20-Minuten-Routine

Allein brauchst du ein Board, 4 Bags, ein Maßband und dein Handy. Geh die sechs Drills unten der Reihe nach durch, vom Release-Aufwärmen bis zu den Runden unter Druck, in etwa 20 Minuten. Jeder Block hat ein Ziel und sagt dir, was du loggen sollst, damit du am Ende Zahlen hast statt nur ein Gefühl. Folge vor jedem Bag deinem Ablauf. Wenn ein Block nichts anderes vorgibt, wirfst du Runden mit 4 Bags aus voller Distanz.

Was du brauchst

  • Ein Board und 4 Bags. Ein zweites Board spart Laufwege, ist aber nicht nötig.
  • Ein Maßband, um deinen Abwurfpunkt 8,23 m (27 ft) von der Vorderkante des Boards zu markieren, dazu Markierungen bei etwa 4,5 m, 6 m und 7,6 m (15, 20 und 25 ft) für Block 2.
  • Klebeband oder ein Tuch, um für Block 4 eine Zielzone auf dem Board zu markieren.
  • Dein Handy, um jeden Bag zu loggen und ein paar Würfe von der Seite zu filmen.
  1. 1. Grip & Release Calibration

    4 Runden · ca. 3 Min.

    Den Release aufwärmen.

    Zwei Runden Trockenschwünge, ohne loszulassen, dann zwei Runden echte Würfe. Bewerte jeden Versuch, Schwünge eingeschlossen: stimmt, leicht daneben oder Griffproblem.

  2. 2. Distance Ramp

    4 Runden · ca. 3 Min.

    Die volle Distanz finden.

    Je eine Runde aus etwa 4,5 m (15 ft), 6 m (20 ft) und 7,6 m (25 ft), dann eine aus den vollen 8,23 m (27 ft). Logge für jeden Bag, ob er im Ziel (der Stelle, die du anvisiert hast), auf dem Board oder daneben gelandet ist.

  3. 3. Flat Throw Drill

    3 Runden · ca. 2 Min.

    Prüfen, ob der Bag flach fliegt.

    Ignoriere, wo die Bags landen, und logge nur, wie jeder geflogen ist: flach und stabil, ein Wackler oder ein Überschlag.

  4. 4. Target Zone Repeatability

    5 Runden · ca. 4 Min.

    An derselben Stelle landen.

    Markier eine Zone, etwa so groß wie ein Bag, in der Mitte oder im unteren Teil des Boards, in einer Linie mit dem Loch, und bleib den ganzen Block dabei. Logge jeden Bag: in der Zone, knapp daneben (du würdest nicht nachzielen) oder weit daneben (du würdest).

  5. 5. Straight Slide Control

    4 Runden · ca. 3 Min.

    Gerade rutschen lassen.

    Ignoriere das Loch und achte nur darauf, wie sich jeder Bag nach der Landung bewegt. Logge für jeden Bag: gerade gerutscht, im Bogen oder seitlich abgedriftet, oder vom Board. Wenn deine Boards zu langsam sind, damit Bags rutschen, häng diese Runden an Block 4 an.

  6. 6. Pressure Round

    6 Runden · ca. 5 Min.

    Jeder Bag zählt.

    Spiel jede Runde, als müsstest du punkten, um zu gewinnen, dann fang wieder bei null an und spiel die nächste genauso. Logge jeden Bag: im Loch, auf dem Board oder daneben. Dieser Block liefert deinen PPR für den Tag. Damit es um etwas geht, leg vor dem Start einen Zielwert pro Runde fest, etwa deinen PPR aus diesem Block vom letzten Mal oder dein Ergebnis aus dem 8-Bag-Check weiter unten, und häng am Ende für jede Runde, die darunter bleibt, eine Extrarunde an.

Die ganze Routine: 26 Runden in etwa 20 Minuten.

Die Minutenangaben beruhen auf der Schätzung der App: etwa 7 Sekunden pro Bag, 15 Sekunden zwischen den Runden und 30 Sekunden Aufbau pro Block. Jede Extrarunde aus Block 6 dauert knapp eine Minute.

Spiel bei jedem Training dieselbe Routine in derselben Reihenfolge durch, dann kannst du die Zahlen dieser Woche mit denen der Vorwoche vergleichen. Ändere immer nur einen Block, damit du weißt, welche Änderung deine Zahl bewegt hat. Wenig Zeit vor einem Spielabend: Block 1 und 6 dauern zusammen etwa 8 Minuten.

Alle sechs Drills gibt es in BAGGERS, und jeder Drill in der App ist kostenlos: Drill wählen, nach jedem Bag ein Ergebnis antippen und die Session beenden, wenn der Block fertig ist. Die App zählt mit. Für ein ganzes Spiel allein trittst du im Ghost Mode bis 21 gegen einen simulierten Gegner an, der Runde für Runde eigene Punkte macht. Drei Ghost-Spielmodi sind kostenlos, darunter Finish Line, bei dem der Druck steigt, je näher du der 21 kommst.

Welche Zahl solltest du im Training anpeilen?

Deine eigene vom letzten Mal, Block für Block. Schreib pro Block eine Zahl auf die Karte unten. In der nächsten Session ist jede davon deine Messlatte. Erreichst oder schlägst du sie, ist der Block bestanden.

Die 20-Minuten-Karte
1. Grip & Release Calibration„Release stimmt“ von 16Letztes MalHeute
2. Distance Ramp„Im Ziel“ von 16Letztes MalHeute
3. Flat Throw Drill„Flach und stabil“ von 12Letztes MalHeute
4. Target Zone Repeatability„In der Zone“ von 20Letztes MalHeute
5. Straight Slide Control„Gerade gerutscht“ von 16Letztes MalHeute
6. Pressure RoundPPR: Punkte geteilt durch 6 RundenLetztes MalHeute

Mach einen Screenshot der Karte und füll sie zwischen den Blöcken aus. Liegt eine Zahl unter der vom letzten Mal, weißt du, auf welchen Block du in der nächsten Session achten solltest.

Trainierst du mit einem Vereinskollegen an einem Board, wechselt ihr euch rundenweise ab: Einer wirft, der andere loggt jeden Bag und schaut sich den Release von der Seite an, dann wird getauscht. Jeder führt seine eigene Karte.

Woran merkst du, dass es wirkt? Verfolge deinen PPR

Dein Training wirkt, wenn dein PPR im selben Drill im Lauf eines Monats mit derselben Routine steigt. PPR steht für Punkte pro Runde: die Punkte, die deine 4 Bags in einer Runde holen, im Schnitt über alle Runden, die du geworfen hast. Es geht nur um deine eigenen Bags, vor der Verrechnung (im Spiel wird nur die Differenz der beiden Rundenergebnisse gewertet).

Punkte pro Bag
Wo der Bag landetPunkte
Im Loch3
Auf dem Board1
Daneben0

Vier Bags im Loch, ein Four-Bagger, bringen 12 Punkte. Mehr geht in einer Runde nicht: 12 ist der höchstmögliche PPR. Zum Einordnen: Ein PPR von 8 entspricht zwei Bags im Loch und zwei auf dem Board pro Runde, ein PPR von 6 einem im Loch und drei auf dem Board.

Beispiel: In zwei Runden wirfst du Loch, Board, Board, daneben und dann Loch, Loch, Board, Board. Das sind 5 und 8 Punkte, zusammen 13. 13 geteilt durch 2 Runden ergibt einen PPR von 6,5.

So liest du deine Zahl

  1. Miss deinen PPR immer im selben Drill. Nimm den PPR aus der Pressure Round, Block 6 der Routine. Die anderen fünf Zahlen auf deiner Karte können zeigen, warum sich dein PPR verändert hat.
  2. Wöchentlich notieren, monatlich beurteilen. Eine einzelne Session hängt stark von Wind, kalten Händen oder müden Beinen ab. Notier deine Zahl jede Woche und schau dir den Verlauf über einen Monat an.
  3. Vergleiche dich mit dir selbst. Als grobe Orientierung aus dem Turnierbetrieb: Die Spielklassen beginnen meist bei etwa 6, 7 und 8 PPR, Profi-Klassen liegen über 9, und die besten Spieler kommen im Schnitt auf 10 oder mehr. Die genauen Grenzen verschieben sich je nach Veranstalter und Saison, und es sind Werte aus Spielen mit gegnerischen Bags im Weg, also nicht dasselbe wie dein Trainings-PPR. Der bessere Maßstab ist deine eigene Zahl vom letzten Monat im selben Drill.

Prüf deinen PPR jetzt: 8 Bags

Wirf 2 Runden mit 4 Bags, als müsstest du punkten, um zu gewinnen. Tippe an, wo jeder Bag gelandet ist.

0 von 8

Was du hier antippst, wird nur gespeichert, wenn du dein Ergebnis behältst. Dann wartet es auf diesem Gerät, bis du dich registrierst.

Das ist die Pressure Round aus BAGGERS, gekürzt auf 8 Bags. In der App gehört dein 30-Tage-PPR zu den kostenlosen Basis-Statistiken.

Was trainierst du, wenn dir die Routine zu leicht wird?

Wenn du einen Block Session für Session bestehst, behalte Block 1 und 2 als Aufwärmen und tausche diesen Block gegen einen Drill für einen Spezialwurf. Block & Replace: einen Blocker vor dem Loch landen, ihn dann für 3 Punkte hineinschieben und seinen Platz einnehmen. Airmail Training: Ein fünfter Bag liegt als Blocker 8 bis 15 cm (3 bis 6 Zoll) vor dem Loch, und du wirfst darüber direkt ins Loch, ohne das Board zu berühren. Opening Line: Gewertet wird nur der erste Bag jeder Runde, und der geht aufs Loch. Wenn deine Bags noch wackeln oder zu kurz aufschlagen, kümmere dich zuerst um deinen Wurf.

Cornhole richtig werfen: die fünf häufigsten Fehler und ihre Korrekturen

BAGGERS ist eine Cornhole-Trainings-App, die in jedem Browser läuft. Logge die Routine dort, von Grip & Release Calibration bis zur Pressure Round, und die App zählt mit.

Drill in BAGGERS starten

FAQ

Wie berechnet man den PPR im Cornhole?

Zähl 3 Punkte für jeden deiner Bags im Loch und 1 Punkt für jeden auf dem Board, vor der Verrechnung mit dem Gegner, und teile die Summe durch die Anzahl der Runden. Zwei Runden mit 5 und 8 Punkten ergeben einen PPR von 6,5. Das Maximum ist 12.

Was ist ein guter PPR im Cornhole?

Einen allgemein guten PPR gibt es nicht, aber der Turnierbetrieb gibt eine grobe Orientierung: Die Spielklassen beginnen meist bei etwa 6, 7 und 8 Punkten pro Runde, Profi-Klassen liegen über 9, und die besten Spieler kommen im Schnitt auf 10 oder mehr. Das sind Werte aus Spielen. Im Training vergleichst du dich am besten mit deinem eigenen PPR vom letzten Monat im selben Drill.

Braucht man einen starken Arm, um im Cornhole besser zu werden?

Nein. Trainingsratgeber zählen zu viel Kraft zu den häufigsten Fehlern. Nach Marins Erfahrung gibt dir ein einfacher Griff, fest, aber nicht zu fest, Kontrolle, und mit Kontrolle wirfst du den Bag dorthin, wo du ihn haben willst.

Wie lange dauert es, bis man gut im Cornhole ist?

Seriös lässt sich das nicht in Wochen sagen. Sehen kannst du aber, ob dein PPR aus der Pressure Round von Monat zu Monat steigt. Wenn nicht, ändere einen Block deiner Routine.